Schultaschen

Im Leben eines Kindes gibt es kaum einen so aufregenden Tag wie den ersten Schultag. Wie sind die neuen Klassenkameraden? Werden die Lehrer mich mögen? Was wird wohl mein Lieblingsfach? Schon die Vorbereitung auf den großen Augenblick der Einschulung ist unsagbar aufregend. Da müssen Stifte gekauft und Hefte besorgt werden, neue Kleider müssen auch her. Aber das Wichtigste für ein Kind sind doch die Schultaschen. Hier gilt oft: Die, oder Keine! Sie soll schließlich genau nach dem kindlichen Geschmack sein, am besten bedruckt mit der Lieblings-Comic-Figur und in ganz genau der richtigen Farbe.

Eltern stellen sich indes oft ganz andere wichtige Fragen. Welche Schultaschen – Art soll es überhaupt sein? Der klassische Schulranzen mit seinen ergonomischen Vorteilen oder doch besser ein moderner vielseitiger Rucksack? Wie müssen Schultaschen verarbeitet sein? Welche Größe braucht mein Kind? Wie viel muss eigentlich reinpassen? Das vielfältige Angebot an Schultaschen macht die Beantwortung dieser Fragen dabei oft gar nicht so einfach. Am Ende entscheidet jedoch – wie so oft – das Kind.

Schultaschen in der Geschichte

Früher nannte man Schultaschen auch Tornister – ein Wort, das auf die Herkunft als Rucksack von Soldaten hinweist. Wie auch die Soldatentornister waren die ersten Schultaschen, die sich am Ende des 19. Jahrhunderts verbreiteten, fast immer aus Leder oder Leinen. Wer es sich leisten konnte, verzierte und kaschierte den damals sonst recht unbequemen Tornister mit Kalbs- oder Kuhfell. Erst um 1975 wurden Schultaschen aus Kunststoff und Textilien hergestellt.

Die richtigen Schultaschen für jede Altersstufe

Heute gibt es Schultaschen in allen möglichen Formen. Der klassische Schulranzen ist nach wie vor beliebt. Dank seiner stabilen, rechteckigen Form und dem Platzangebot ist er auch vollgepackt noch handlich und gerade für kleine Grundschüler ein guter Begleiter durch den Alltag. Viele Taschen und Verstaumöglichkeiten sorgen für Ordnung. Ältere Kinder bevorzugen oft einen Schulrucksack, dessen lockere Form und moderne Designs besser zu ihnen passen. Auch der Rucksack bietet viel Stauraum und Ordnungsmöglichkeiten, selbst wenn es die älteren Kids mit der Ordnung nicht mehr so genau nehmen. Schüler der oberen Stufen entscheiden sich häufig für eine Umhängetasche, die lässig über der Schulter oder quer über den Rücken getragen wird. Sind Schulranzen und -rucksack meist aus textilem Gewebe, geht bei den Umhängetaschen der Trend häufiger zum Leder. Das sieht edel aus, hält ewig und macht seinen Träger erwachsener – Und das ist in der Pubertät schließlich ein entscheidender Faktor.

Wenn die Schule dann endlich aus ist, haben Schultaschen natürlich keineswegs ausgedient. Spätestens in der Ausbildung oder im Studium stellt sich die Taschenfrage erneut. Junge Erwachsene beantworten diese Frage – trotz neuerkämpfter Freiheit und der Möglichkeit, alles auszuprobieren – meist ganz pragmatisch: Wenn sie viele Unterlagen und Materialien für den Unterricht benötigen, dann muss meist der Rucksack her. Haben sie nur eine Vorlesung, reicht auch die Umhängetasche. Wer clever ist, wählt ein Schultaschen-Modell, mit dem man problemlos nach der Uni noch in eine Kaffeebar gehen kann oder von der Bibliothek gleich zum Shoppen. Tatsache ist also: Schultaschen begleiten uns länger und öfter in unserem Leben, als uns häufig bewusst ist.

Aktuelle Trends bei Schultaschen

Die Entwicklung bei Schultaschen bleibt nicht stehen. Genauso, wie neue Schulformen erprobt werden, bringen Hersteller immer wieder neue Innovationen für Schultaschen auf den Markt, die das Leben der Schüler einfacher gestalten sollen. Aktuell setzen sich immer mehr so genannte Ranzentrolleys durch. Wie beim bekannten rollenden Reisekoffer müssen die Schüler ihre Schultaschen nicht mehr auf dem Rücken tragen, sondern können die Ranzen bequem hinter sich herziehen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Der kindliche Rücken wird entlastet, das Gewicht des Ranzens spielt nur noch eine untergeordnete Rolle. Besonders für sehr zierliche Kinder und Schüler mit die Bewegungsfähigkeit einschränkenden Erkrankungen sollen die Trolleys geeignet sein.

Klassische Schultaschen als Mode-Trend

Das Motto vom „Lebenslangen Lernen“ scheint auch in der Mode angekommen zu sein. So kann man auf den Straßen der Metropolen immer öfter den eleganten Leder-Tornister auf dem Rücken modebewusster Trendsetter beobachten. Häufig sind es Vintage-Fundstücke von Großmutters Dachboden, doch auch die großen Designer und Taschen-Hersteller bringen immer wieder Accessoires auf den Markt, die in ihrer Formensprache und mit althergebrachten Materialien klassische Schultaschen zitieren. Der Look wirkt dabei keineswegs kindisch, die Schultasche hinterlässt vielmehr einen aufgeräumten, sortierten Eindruck des Trägers und betont gleichzeitig seine Kreativität. Es wundert also nicht, dass Schultaschen-Träger häufig in der Medien- und Modebranche selbst zu finden sind.

Was eine gute Schultasche ausmacht

Doch zurück zu den richtigen Schultaschen für den Alltagsgebrauch in der Schule. Wohl kaum ein Kleidungsstück unterliegt so vielen kontroversen Diskussionen und steht so häufig in der Kritik wie die Schultasche. Der Grund dafür ist einfach, schließlich geht es um die Gesundheit der Kinder und ihre störungsfreie, gesunde Entwicklung. Und auf die hat die Schultasche mehr einfluss, als man denkt. Während also der Nachwuchs nur auf die Farbe und die aufgedruckten Figuren achtet, sollten Eltern beim Kauf einige wichtige Merkmale genau unter die Lupe nehmen.

Egal ob Ranzen, Rucksack oder Umhängetasche: Zunächst sollte man einen Blick auf die Verarbeitung werfen. Sind die Nähte stabil? Halten die Henkel? Schließlich muss die Schultasche einiges an Gewicht aushalten. Auch die Schließen sollten genau überprüft werden. Wenn sie zu leichtgängig sind, besteht die Gefahr, dass der Ranzen unterwegs aufgeht und alles heraus fällt, lassen sie sich zu schwer öffnen, kommt das Kind vielleicht nicht mit der Schultasche klar.

Der zweite Blick sollte stets der Polsterung gelten. Dabei gilt: Je besser Henkel und Rückenteil der Schultasche gepolstert sind, desto bequemer und schmerzfreier kann man sie tragen. Auch darf ein Ranzen nicht zu groß oder zu schwer sein, da er sich sonst sehr schädigend auf die Haltung des Kindes auswirken wird. Der wichtigste Punkt bei Schultaschen ist jedoch die Verkehrssicherheit. Nur wenn genug Signalfarben und Reflektoren am Schulranzen angebracht sind, wird das Kind auf dem Schulweg von Autofahrern rechtzeitig bemerkt.

Für das Kind zählt natürlich nur eines: der Look! Was das betrifft, brauchen sich Eltern aber keine Sorgen machen. Das Kind wird zielstrebig die richtige Schultasche finden – zu erkennen am Freudestrahlen, wenn es am ersten Tag stolz zwischen den anderen Schulkindern steht und erste Kontakte knüpft, weil man sich so wunderbar über die Lieblings-Comicfigur auf der Schultasche unterhalten kann.